Online-Beratung
Das Online-Setting für den Bereich der psychologischen Beratung wurde bereits vor der Corona-Pandemie als Möglichkeit entdeckt, evaluiert und genutzt (vgl. Plattformen wie z.B. Instahelp). Durch die Corona-bedingten Einschränkungen hat es eine Blütezeit erfahren – viele Psychologen begannen das Format zu nutzen, zum ihre KlientInnen gerade während der Krise unterstützen zu können. Neue Erfahrungen wurden gemacht, für manche (BehandlerInnen wie auch Klienten) war das Online-Format in erster Linie eine willkommene „Notlösung“, von der sie nach Ende der Einschränkungen gerne wieder ins Vor-Ort-Setting wechselten; für andere bewährte es sich so gut, dass sie dabei blieben und die Vorteile auch weiterhin nutzten und nutzen.
Meine Erfahrungen im Rahmen von mittlerweile knapp 400 online durchgeführte Beratungseinheiten sind durchwegs positiv. Ich selbst fühle mich wohl in dem Setting (was durchaus wichtig für eine gelingende Beratung ist) und ich habe gelernt, die Vorteile, die es bringt, zu nutzen aber auch achtsam mit den Grenzen, die es bringt, umzugehen.
Datenschutz,
Vorteile der Online-Beratung:
– keine Anfahrt und damit Reduktion von Zeit und Kosten
– Möglichkeit für z.B. erkrankte oder immobile Personen, dennoch persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen
– oftmals schnellere Terminfindung und kürzere Intervalle verfügbar
– Möglichkeit, bei Psychologen Beratung in Anspruch zu nehmen, die aufgrund ihrer Expertise oder aufgrund von Empfehlungen vom Klienten favorisiert wären, aber deren Praxis sich in großer räumlicher Distanz befindet
– ermöglicht niederschwellige Inanspruchnahme psychosozialer Unterstützung für Menschen, die Scheu haben, diesen Schritt analog zu machen (auch ein Ausschalten der Kamera oder eine Beratung per Telefon ist grundsätzlich möglich; auch wenn hier einiges an Information verloren geht, kann eine Beratung auch ohne Bild sehr Wohl ihren Nutzen und ihre Berechtigung haben)
Grenzen der Online-Beratung:
– in akuten Krisen oder bei schweren psychiatrischen Leidenszuständen kann eine Online-Beratung zwar ein erster Schritt in Richtung Anbindung an das psychosoziale System sein, kann in diesen Fällen aber keine persönliche Beratung ersetzen
– für die Bearbeitung traumatischer Ereignisse ist ein Vor-Ort-Setting definitiv das bessere Setting
– für die Arbeit mit Kindern bis mindestens 12 Jahren ist das Vor-Ort-Setting vorzuziehen

Das Online-Systembrett ist das digitale Pendant zum herkömmlichen Systembrett aus Holz, das aus der systemischen Beratung nicht wegzudenken ist. Es bietet alle Möglichkeiten, die das analoge Brett bietet und geht sogar noch weiter: die digitale Form ermöglicht beispielsweise sogar eine Innensicht der Figuren, die in der analogen Version so nicht möglich ist.
Wie auch das analoge Systembrett bietet es einen visuellen Lösungsraum, um Beziehungen und Verbindungen sichtbar und erfahrbar zu machen und zu verändern.
Das Online-Systembrett ist vollständig DSGVO konform und schützt die Daten der Benutzer kompromisslos durch modernste Verschlüsselungsverfahren bei einem der weltweit größten Serveranbieter und natürlich nur auf Rechenzentren in Europa.
Anhand verschiedener interaktiver Tools, wie z.B. dem hier abgebildeten Miro-Board, können Inhalte visualisiert werden, was manchmal einen größeren Effekt hat und mehr Übersicht bringt, als nur darüber zu sprechen. Die Teilnehmer am Videogespräch können das Board beiden sehen und sogar gleichzeitig bearbeiten, wenn nötig.

